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Durchgespielt: Dragon Age Awakening

28 Mar

Seit knapp über einer Woche ist die erste Erweiterung zu Biowares Computer-RPG Dragon Age erhältlich und als ausgesprochener Fan des Spiels habe ich es natürlich schon am ersten Tag gekauft und bin mittlerweile auch durch das Spiel durch.

Mein Fazit: es ist halt “nur” eine Erweiterung und kein zweiter Teil. Konnte man mit Dragon Age Origins, von dem ich ja restlos begeistert war, noch gut über 80 Stunden Spielzeit füllen, so ist die Erweiterung, selbst wenn man sich Zeit lässt, an einem Wochenende durchgespielt. Gemessen an der Tatsache, dass man mit vielen anderen “ausgewachsenen” Spielen auch nicht mehr Zeit zubringen kann, ist das aber noch zu verschmerzen. Der Vorgänger bot eben deutlich mehr fürs Geld als allgemein üblich.

Die Story aus Origins wird hier weitergeführt, mit einer neuen Wendung. Hatte man diese doch als Held von Ferelden abgeschlossen, den Erzdämon getötet, die Plage beendet und überhaupt das ganze Land gerettet. Daran schliesst die Geschichte von Awakening direkt an. Entgegen den bisherigen Erfahrungen sind die Darkspawn nämlich nach dem Tode des Erzdämons nicht wieder alle in die Deep Roads geflüchtet, sondern machen nach wie vor die Ländereien unsicher. Und es gibt Hinweise, dass sie auch nicht mehr die hirnlosen Monster aus der Plage sind, sondern intelligent, koordiniert – und vielleicht sogar sprechen können?

Diese neue Bedrohung manifestiert sich in der Grafschaft Amaranthine, welche am Ende von Origins ja den Grey Wardens als neue Basis übertragen wurde. Der Spielercharakter ist nun wahlweise der Held von Ferelden aus dem ersten Teil oder ein neuer Grey Warden aus Orlais; in jedem Falle jedoch wurde er zum Kommandanten der Grey Wardens von Ferelden ernannt. Seine Aufgabe ist nun, die Grey Wardens wieder aufzubauen und der bestehenden Bedrohung durch die Darkspawn auf den Grund zu gehen.  Und seine Ländereien regieren und schützen darf er auch noch.

Dabei stehen ihm, wie auch schon im ersten Teil, wieder interessante Gefährten beiseite. Und auch bei den Gegnern hat sich so einiges getan. Ansonsten bietet Awakenings mehr davon, was man schon im ersten Teil gerne gespielt hat. Mit ein paar Abstrichen allerdings.

Der für mich größte Einschnitt ergibt sich bei dem neuen Konversationssystem, das Bioware hier eingeführt hat. Konnte man in Origins noch jederzeit ins Lager zurückkehren und dort mit jedem seiner Gefährten längere Gespräche führen, so ist diese Möglichkeit in Awakening nicht mehr in dieser Form gegeben. Stattdessen werden Unterhaltungen durch Vorkommnisse und Gegenstände im Spiel ausgelöst. Das ist auf der einen Seite ganz unterhaltsam, auf der anderen Seite aber auch nervig. Hat man den entsprechenden Char gerade nicht in der Gruppe, entgeht einem so die Unterhaltung und somit möglicherweise der gesamte Hintergrund. Im Gegensatz zu Origins blieben hier für mich die Gefährten deutlich distanzierter, dabei war ursprünglich die Vielschichtigkeit der Charaktere gerade einer der Pluspunkte gewesen.

Es störte mich auch etwas, dass so wenig auf die Vorgeschichte eingegangen wird. Zwar trifft man einige Personen aus dem ersten Teil wieder und diese reagieren auch erwartungsgemäß, aber im Großen und Ganzen gibt es wenig Hinweise auf die Vorgeschichte. Ich hätte zum Beispiel erwartet, dass die Leute einem Helden, der gerade ihr ganzes Land quasi im Alleingang gerettet hat, etwas weniger gleichgültig gegenüberstehen – aber hey, vielleicht ist das auch zuviel erwartet und die Reaktion ist einfach realistisch.

Die neuen Gegner und Spezialisierungen sind interessant, wobei letztere jetzt leider nicht mehr im Spiel “freigespielt” werden müssen; man kauft ein Buch beim Händler und das wars. Gut gelungen fand ich allerdings die Story und die Vielzahl von Entscheidungen, mit denen man als Kommandant der Grey Wardens konfrontiert wird. Hier hätte ich mir allerdings eine etwas ausführlichere Umsetzung mit mehr Details und Hintergrund gewünscht.

Was allerdings wirklich nicht in ein Spiel gehört, sind die Bugs. Keine Ahnung, ob Bioware sich neuerdings keine Qualitätstests mehr leisten kann oder was da sonst passiert ist, aber im Spiel sind zuviel Fehler, die das Vergnügen trüben. Da geht teilweise die komplette Ausrüstung verloren oder Questen können nicht abgeschlossen werden. Sowas darf einfach nicht sein. Wollen wir mal hoffen, dass Bioware es schafft, in der nächsten Zeit einen Patch hinterherzureichen.

Gemessen an Origins, reisst die Erweiterung mich nicht wirklich vom Hocker. Aber wie eingangs gesagt, es ist eben nur eine Erweiterung. Ich hoffe, dass der zweite Teil von Dragon Age, der voraussichtlich nächstes Jahr erscheint, wieder mehr Story, mehr Unterhaltungen und überhaupt mehr davon zu bieten hat, was Dragon Age Origins zu so einem tollen Spiel gemacht hat.

 
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Posted by on March 28, 2010 in Games

 

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