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Wie werde ich Kunden los?

10 Sep

Es könnte sein, dass die sehr sporadischen Beiträge auf diesem Blog noch eine Zeitlang so weitergehen. Im Moment bin ich nämlich immer noch beschäftigt, einen neuen DSL-Anbieter zu finden.

Eigentlich dachte ich, das wäre erledigt. Bei einer Suche, was an meiner neuen Adresse verfügbar ist, waren von den günstigsten zehn Angeboten mehr als die Hälfte von Alice. Habe ich mir also vor zwei Wochen ein passendes Angebot herausgesucht, DSL Flatrate ohne Schnickschnack und ohne Mindestvertragslaufzeit. Beauftragt und gut. Nach ein paar Tagen kam dann auch die Auftragsbestätigung, ich freute mich, dass alles so reibungslos klappte. Immerhin verspricht Alice auf der Website „Aktivierung Ihres Alice Anschlusses ab Datum Ihrer Auftragsbestätigung in maximal 3 Wochen“.

Zu früh gefreut. Gestern kam dann die frohe Botschaft, mein Anschluss werde dann am 26. Oktober (!) freigeschaltet. Ich bin mir ziemlich sicher: das sind mehr als drei Wochen. Und mir ganz eindeutig zuviel. Mein Anruf bei der Hotline brachte leider auch nicht wirklich einen Erfolg. Die Dame am anderen Ende wiederholte lediglich gebetsmühlenartig (und ziemlich genervt), das sei eben der Termin, der ihnen von der Telekom mitgeteilt worden wäre, da könne man halt nichts machen.

Da kann man nichts machen? Wirklich?

  • Man könnte beispielsweise
  • so einen Quatsch nicht auf seine Website schreiben, wenn man tatsächlich nicht in der Lage ist, das Versprechen auch tatsächlich einzuhalten.
  • Für den Fall, dass es doch einmal nicht klappt, dem Kunden (= mir) wie auf derselben Website versprochen, eine Entschädigung in Form von Freimonaten anzubieten
  • Man könnte dem Kunden auch einen UMTS-Stick anbieten, um die Wartezeit auf den DSL-Anschluss zu überbrücken. Sowas hat Alice sogar im Angebot.

Das sind jetzt nur die Lösungen, die mir so auf die Schnelle einfallen. Stattdessen wird mir die allmächtige Telekom als der Verursacher hingestellt und erwartet, dass ich das klaglos schlucke, gegen die Telekom kämpfen ja schließlich selbst die Götter vergebens. Weiß doch jeder.

Ja, weiß ich auch. Es gibt einen Grund, weswegen ich vor Jahren zu einem DSL-Provider gewechselt bin, der seine Leistung nicht über die Telefonleitung sondern über Kabel erbringt. Leider gibt es das an meiner neuen Adresse nicht mehr. Aber wir sind auch nicht mehr in der Internet-Steinzeit; ein Provider sollte heute ein bisschen mehr bieten können als „Telekom – da können wir nix machen!“

Da sich damit der Kundendienst von Alice schon bevor es losging als offensichtlich unflexibel und überfordert herausgestellt hat (sie bieten ja nicht einmal die auf ihrer Website genannte Kompensation an!), habe ich beschlossen, das Ganze gleich wieder zu kündigen. Wir erinnern uns: keine Mindestvertragslaufzeit, Baby…

Das war wieder mal eine Lehrstunde aus dem Fach, wie man am besten seine Kunden vergrault.

 
6 Comments

Posted by on September 10, 2010 in Dieses und jenes

 

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6 responses to “Wie werde ich Kunden los?

  1. Max

    September 10, 2010 at 3:28 pm

    Als wir nach Berlin gezogen sind hatte das wunderbar geklappt mit Alice und wir sind immer noch zufriedene Kunden. Habe jetzt sogar unsere Mobilfunknummern portiert.

    Wir hätten hier zwar auch die Möglichkeit (gehabt) Internet per Kabelanschluss zu bekommen, aber da gab/gibt es kein echtes ISDN und das wollte ich eben nicht, zumal das damals auch nicht wirklich günstiger war.

    War die Wohnung denn vorher schon länger nicht bewohnt, oder ist der Vormieter erst vor kurzem da raus. Das könnte ja sicherlich auch eine Ursache darstellen.

    Würde mal empfehlen in einen O2-Shop zu gehen, da es die Produkte von Alice ja nun auch dort gibt und da kann man sicherlich auch vortragen, dass die Lösung mit UMTS-Stick vorübergehend annehmbar wäre😉

     
  2. Ivi

    September 10, 2010 at 3:30 pm

    Auch wenn ich Alice nicht in Schutz nehmen will, aber ich fürchte in vielen Fällen hat wirklich die Telekom immer noch die Vorherrschaft über die Leitungen und andere Unternehmen haben da keine großen Chancen (ich meine Entschädigungen für die Kunden sollten immer drin sein) Aber ich hab auch schon andere erlebt wie 1 und 1, und andere, die einem dann nach langer Wartezeit sagen, dass sie einem gar kein Angebot machen können, da kann man Glück haben wenn man überhaupt mal was bekommt😉

    Wünsche dir auf jeden Fall weiterhin viel Erfolg

     
  3. Andrea

    September 10, 2010 at 4:24 pm

    Selbstverständlich weiß ich, dass die Telekom sich nicht gerade überschlägt, irgendwelchen Unter-Anbietern zeitnah Leitungen freizuschalten.

    Das braucht mich als Kunden aber nicht zu interessieren, ich habe ja keinen Vertrag mit der Telekom sondern dem jeweiligen Anbieter. Wenn die mir eine Leistung zusichern und dann nicht in der Lage sind, diese zu erbringen, ist es, überspitzt gesagt, mir prinzipiell wurscht, ob das daran liegt, dass die böse Telekom auf der Leitung hockt oder ob ihr Büro-Hund den Auftrag gefressen hat.

    Und was auch immer das Problem ist, ich erwarte Lösungen und keine Ausreden. Die wollen ja schliesslich auch, dass ich meine Rechnungen pünktlich zahle. Das Problem mit der Telekom ist schon immer dasselbe, seit mehr als zehn Jahren, also sollte man als Anbieter Strategien haben, damit umzugehen. Alles auf seinen Kunden abzuwälzen, nach dem Motto “Pech gehabt”, ist keine Lösung.

    Nee, die haben sich nicht wirklich mit Ruhm bekleckert und zu einem Anbieter wo ich so ein mieses Gefühl habe, gehe ich dann doch lieber nicht.

     
  4. Gilly

    September 17, 2010 at 11:21 pm

    Ich bin vollkommen bei dir. Wenn man verspricht “in 3 Wochen”, dann muss man das auch halten. Wende dich am Besten schriftlich an Alice und schick das ganze zu Händen der Geschäftsleitung. Das landet dann zwar nicht wirklich bei den Chefs, aber immerhin bei Sachbearbeitern mit höhrerem Kulanzrahmen😉

     
  5. renate

    September 21, 2010 at 10:15 am

    Liebe Andrea, ich kenne eine Familie, die musste geschlagene sechs Monate (!) warten, bis die Telekom endlich den – vorhandenen – Anschluss im neu bezogenen Haus freischaltete. Es war alles da, Kabel, Buchsen und der ganze Kram, den man braucht, um Online zu gehen. Es fehlte lediglich das Umlegen des Schalterchens bei der Telekom-Technik.
    Ein anderer Freund von mir wartete mehrere Wochen, er zog im selben Haus von einer Wohnung in die andere. Anschlüsse waren ebenfalls vorhanden. Erst als er dann durch persönliche Beziehungen mit einem Telekommitarbeiter sprach, ging das von einer Minute auf die andere.
    “Dienstleistungswüste Deutschland” kann ich da nur sagen. Aber in der Werbung vollmundig auf die Sahne hauen … das können sie …

     
  6. Werner

    September 28, 2010 at 2:17 pm

    Der Denkansatz/Erwartungshorizont ist falsch: ich zähle alle Telekommunikationsunternehmen nicht mehr zur seriösen Geschäftswelt des redlichen Kaufmannprinzips der “guten alten Zeit”. Mit Kulanz kann man in diesem Massengeschäft nur rechnen, falls man geschäftsschädigende Öffentlichkeit herstellt durch Berichterstattung in Presse oder TV. Mir (und hunderttausenden anderen pro Jahr) hat die Telekom z.B. kürzlich das Prepaidhandy abgeschaltet wegen längerer Nichtbenutzung unter stillschweigender Einbehaltung des Restguthabens von ca. 50 €…

     

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