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Retrograde Peristaltik

03 Nov

Ich könnte auch “zum Kotzen” sagen, aber was wäre das denn für eine Überschrift?

Eine Tragödie in drei Akten.

Erster Akt: ich wache mitten in der Nacht mit Bauchschmerzen auf. Mein Bauch fühlt sich an wie ein Ballon und macht komische Geräusche. Übel ist mir auch. Im weiteren Verlauf der Nacht trenne ich mich vom Inhalt meines Verdauungstrakts auf sämtliche mögliche Arten.

Zweiter Akt: Ich liege früh morgens völlig erledigt mit Wärmflasche auf dem Bauch im Bett, da höre ich das Geräusch, vor dem es jedem Katzenhalter graut: eine Katze kratzt im Klo. Und kratzt. Und kratzt. Und hört gar nicht mehr auf zu kratzen. Jeder, der länger als zwei Wochen Katzen hatte, weiß: da sind warscheinlich schlimme Dinge passiert.

Ich quäle mich also aus dem Bett, worauf mir prompt wieder übel wird und inspiziere den Schaden, worauf mir richtig übel wird. Kurze Bestandsaufnahme: Katze #1 hatte Durchfall und sich mit selbigem großzügig das Fell verziert, sich daraufhin verwirrt alle paar Meter hingesetzt und braune Flecken hinterlassen. Katze #2 musste natürlich fünf Minuten später dasselbe Klo benutzen, ist in die Bescherung reingelatscht und hinterlässt jetzt in der gesamten Wohnung braune Fußstapfen. Sieht toll aus. Riecht auch lecker. Ich lasse mir die ganze Sache nochmal durch den Kopf gehen, erst danach bin ich in der Lage, Aktionen zu unternehmen.

Dritter Akt: Zwei Katzen nehmen ein Bad. Das hört sich leichter an als es ist. Es mag Menschen geben, die lethargische kleine Kätzchen haben, die sich brav abschrubben lassen; ich habe Furien aus Krallen und Zähnen mit jeder Menge momentan ziemlich schmuddeligem Fell drumrum, die beim Kontakt mit Wasser in den Berserkermodus schalten.
Es folgen einige sehr wilde Minuten, nach denen nicht nur beide Katzen sondern auch ich klatschnass sind und das gesamte Bad unter Wasser steht. Außerdem hat eine Katze einen Fluchtversuch unternommen, ist in hohem Bogen ins Katzenklo gesprungen und hat sich nicht nur komplett mit Streu paniert sondern auch mehrere Handvoll Katzenstreu auf dem nassen Boden verteilt, wo sich diese gerade in glitschigen Schleim auflöst.
Darüber hinaus haben sie alle verfügbaren Handtücher runtergerissen; macht nichts, kann ich die gleich zum Aufwischen nehmen. Sofort wenn ich fertig mit kotzen bin. Dann nur noch die Katzen fertig trockenrubbeln, die Handtücher in die Waschmaschine werfen und die Böden in der ganzen Wohnung wischen, über die sie panisch geflüchtet sind. Das erledigt dann gleich noch die braunen Flecken mit. Schon bin ich fertig. Und zwar total.

Momentan gehen sie mir aus dem Wege, was auch gut so ist. Einen positiven Nebeneffekt hat das Ganze allerdings gehabt: ich kann jetzt offenbar in der Vertikalen bleiben, ohne dass mir schlagartig übel wird. Ach ja: Nummer Drei hat das Ganze völlig ungerührt aus der Ferne betrachtet und versichert mich anschließend seiner immerwährenden Liebe, war ja klar, dass der die Gelegenheit nutzt, wenn seine Kollegen grad in Ungnade gefallen sind…

Toller Tag.

 
10 Comments

Posted by on November 3, 2010 in Dieses und jenes, Katzen

 

10 responses to “Retrograde Peristaltik

  1. Ivi

    November 3, 2010 at 10:41 am

    Oje, das klingt ja nach einem tollen Tagesbeginn, aber immerhin ist dann die Wohnung mal wieder sauber😉
    Dir weiterhin gute Besserung😉

     
  2. mrs. steph

    November 3, 2010 at 10:58 am

    Auch wenn es weniger zum Lachen ist musste ich doch schmunzeln😆 Ich wünsch dir gute Besserung!

     
  3. Lutz

    November 3, 2010 at 11:13 am

    nett zusammengefasst. zum glück ohne geruchsunterstützung

     
  4. Ulli

    November 3, 2010 at 12:03 pm

    Ich will dir ja kein verspätetes Halloween der Sonderklasse bescheren, aber.. die Giardien warst du sicher los… ?

     
  5. Andrea

    November 3, 2010 at 12:13 pm

    Mit Giardien hatten wir lange genug zu tun, dass ich sehr, sehr sicher sein kann: das sind keine!
    Keine Ahnung ob wir uns trotzdem irgendeinen Virus geteilt haben, aber ich denke, das wird keine längere Krankheit.

     
  6. renate

    November 3, 2010 at 12:16 pm

    Trotz der wirklichen Dramatik – ein köstlicher Bericht. Da hat wohl fast die gesamte Familie Magen-Darm-Probleme.

    Ich wünsche Euch allen gute Besserung!

    Liebe Grüße
    Renate

    P. S.: Mit Katzenstreu panierte Katzen … hab ich auch noch nicht gehört. Werde es mir aber merken. Was die Säuberungen betrifft. So ist das mit Moritz und Felix völlig unproblematisch. Nur Lieschen und Lili (Weiber!) werden hysterisch dabei.

     
  7. Andrea

    November 3, 2010 at 12:42 pm

    Katzen panieren ist ganz einfach: in Wasser tunken und in Katzenstreu rollen. Je nachdem welche Streu man verwendet, hat das sehr interessante Ergebnisse.
    Beispielsweise die beliebte feine graue Streu mit Babypuderduft verwandelt sich in Kombination mit Wasser in so etwas ähnliches wie Beton. Da hat man dann gleich noch eine Deko fürs Wohnzimmer…
    Die Holzstreu, die wir verwenden, löst sich mit genug Wasser in glitschige Matsche auf. Das erforderte dann leider noch einen zweiten Waschgang für die Katze.

     
  8. Biff

    November 3, 2010 at 3:43 pm

    Natürlich könnte ich jetzt einen mitfühlenden Text verfassen, dir Mut zu sprechen, dir sagen das alles gut wird, dir viel Glück wünschen und dich bedauern.
    Aber das werde ich nicht tun! Stattdessen gibt es von mir nur:

    Sucks to be you! 😆

     
  9. Andrea

    November 3, 2010 at 3:52 pm

    Wenn ich an die kleine Zecke denke, die mich am Wochenende heimsuchen wird, bin ich geneigt, dir da zuzustimmen!

     
  10. Tala

    November 4, 2010 at 7:42 am

    Ui, klingt ja echt nach nem “schönen” tag… trotzdem gute besserung!
    Zum glück musst ich meine katzen noch nich baden -.- ich will mir ganich vorstellen wie das enden würde…

    ps: ich hab grad die geihainer pförtchenpfanne bei dir in der wunschliste gesehn ^^bei der überleg ich auch schon seit ner weile ob ich se mir hole oder nicht..😆

     

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