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Wie blöd muss man sein?

17 Feb

Also selbst wenn wir mal unterstellen, dass man sowohl als Politiker als auch als Jurist ein eher entspanntes Verhältnis zu so Kleinigkeiten wie Ethik, Moralempfinden und Unrechtsbewusstsein pflegt, ein Jurist der Karriere als Politiker macht also folglich doppelt belastet ist… ABER:

Wenn ich Politiker bin, ein öffentliches Amt anstrebe und so richtig Karriere machen will, dann muss mir doch klar sein, dass meine öffentlich einsehbaren Schriften auch tatsächlich gelesen werden. Und sofern es sich um eine Dissertation handelt, sogar sehr intensiv auseinandergepflückt. Das hat schliesslich Tradition, das ist bei weitem ja nicht die erste Doktorarbeit die auf diese Weise seziert wird, weil ihr Verfasser mittlerweile ein hohes Amt bekleidet.

Also wie dummdreist muss man eigentlich sein, wenn man unter diesen Umständen trotzdem noch lustig aus anderen Schriften abkupfert? Ist ja nicht so als wäre das unter Jugendsünden abzuhaken; das fragliche Schriftstück ist gerade mal vier Jahre alt. Hat er wirklich gedacht, er kommt damit durch? Und was sagt das über ihn aus? Dass er sich selbst für unangreifbar und den Rest der Welt für Idioten hält?

Setzen, Sechs!

 
7 Comments

Posted by on February 17, 2011 in Dieses und jenes

 

7 responses to “Wie blöd muss man sein?

  1. Sven

    February 17, 2011 at 9:14 pm

    Nun ich bin kein Freund der CDU/CSU, aber sollte man nicht erst einmal abwarten was die UNI entscheidet, bevor man ihn verurteilt? Sicher sieht es derzeit so aus, als ob er geschummelt hat, aber wer von uns hat das Buch und die Doktorarbeit gelesen? Ich nicht, also lasst erst mal die UNI entscheiden und wenn die sagt, dass er wirklich geschummelt hat und das er den Doktortitel abgeben muss, dann kann man sich immer noch aufregen.

     
  2. Lutz Balschuweit

    February 17, 2011 at 9:22 pm

    Ich für meinen Teil verurteile keinen, der bei

    2 + 2 = 4 schreibt, dass 2 + 2 = 4 ist.

    Der muss nicht unbedingt schreiben, dass 2+2=4 ist oder vielleicht sogar 4=2+2 oder so

     
  3. Tobias

    February 17, 2011 at 9:27 pm

    Bei Dissertationen geht es nicht darum, dass alles was in dem Werk steht richtig ist; das ist Voraussetzung – mit “richtig” ist m.u. auch “schlüssig und mit Quellen belegt erörtert” gemeint.
    Das hinreichende Kriterium einer Dissertation ist aber die eigene Einbringung, der eigene Beitrag zur wissenschaftlichen Gesellschaft. Wann man in diesem Teil schummelt und etwas von anderen als sein eigenes verkauft, dann kann das noch so richtig sein – die wissenschaftliche Karriere killt das hier und jetzt.

     
  4. Andrea

    February 17, 2011 at 9:34 pm

    Danke Tobias, dass Du das richtigstellst.

    Es geht nicht darum, ob der Herr zu Guttenberg eine unzulängliche Arbeit abgegeben hat, es geht darum, dass er Texte als seine eigenen ausgibt, die nicht von ihm stammten und das darf man bei einer wissenschaftlichen Arbeit einfach nicht.

    Und ganz egal was die Uni Bayreuth jetzt schlussendlich dazu sagt, die Texte sind alle öffentlich zugänglich, jeder kann sie nachprüfen wenn er möchte. Das ist nichts, was man einfach so wegreden kann. Es steht da buchstäblich schwarz auf weiß.

    Und es ist auch ein bisschen was ernsteres, als hätte man beim Abi einen Spickzettel unter dem Tisch gehabt.

     
  5. Sven

    February 17, 2011 at 10:00 pm

    Hast du das jetzt alles geprüft, oder warum bist du dir so sicher? Ich meine, nur weil jemand etwas sagt, muss es ja noch lange nicht richtig sein. Ich würde also mit einer Verurteilung warten, man kann doch auch dann noch über ihn herziehen, wenn sein Betrug dann auch von der Uni bestätigt ist. Wenn nachher wirklich nur irgendwelche Fußnoten gefehlt haben, weil sie beim Druck verloren gegangen sind, dann wäre das jetzt ein wenig Blöd.

     
  6. Andrea

    February 17, 2011 at 11:08 pm

    Hier sind zum Beispiel einige Passagen rausgesucht: http://www.tagesspiegel.de/mediacenter/fotostrecken/politik/wo-guttenberg-abgeschrieben-hat/3849574.html
    Da sind sogar Kommafehler kopiert worden.

    Wie man Fußnoten im Druck “verlegen” kann, musst Du mir mal vormachen. Man schreibt das Ding, man lässt es drucken, man prüft es nochmal und man gibt es ab. Also entweder geklaut oder schlampig, beides ist keine gute Voraussetzung für seinen Job.

     
  7. Marlene

    February 18, 2011 at 11:25 am

    Hat der Prof. nicht eh irgendwie einen Kieker auf das Verteidigungsministerium. Bekommt so einen kleinen Beigeschmack, dass er und sein Kollege da per Zufall drauf gestoßen sind. 😯

    Ich finde schon, dass Quellenangaben wichtig sind. Gerade bei solch einem öffentlichen Werk. Wer jetzt sagt, dass es egal sei … hmmm, denjenigen möchte ich dann noch einmal hören, wenn z.B. seine Blogtexte 1:1 übernommen werden.😉 Schauen wir einmal was die Untersuchung ergibt😉

    LG
    Marlene

     

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