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Wunsch und Wirklichkeit

17 Jun

Jetzt ist es fast ein Jahr her, dass ich wieder nach Berlin gezogen bin. Neuer Job, tolle Wohnung (wenn auch in einer eher, ähm, interessanten Gegend), neue und alte Freunde, eigentlich alles super.

Was hatte ich mir nicht alles für dieses Jahr vorgenommen! Ich wollte meine Küche quietschgrün streichen, viele, viele Pflanzen auf dem Balkon ziehen, vielleicht dort sogar einen Fußboden aus Holzfliesen verlegen um es richtig gemütlich zu machen, ich wollte mir einen Sportclub suchen, shoppen, Spass haben, wieder mehr ausgehen, ins Kino und auf Partys und auch mal wieder in den Urlaub fahren.

Seit ein paar Wochen liegen alle Pläne wieder mal auf Eis. Wie schon in den Medien zu lesen ist – zumindest wenn man Wirtschaftszeitungen liest – ist die Firma zur Zeit in finanzieller Schräglage, der Job entsprechend unsicher. Wieder mal.  Been there, done that… mein Kleiderschrank müsste mittlerweile voll sein mit T-Shirts. Wäre es wirklich zuviel verlangt, nur für ein paar Jahre mal einen sicheren Job zu haben, in einer Firma wo man sich nicht ständig Sorgen machen muss? Geht das?

Ich finde das alles grade gar nicht lustig.

 

5 responses to “Wunsch und Wirklichkeit

  1. Matze

    June 18, 2011 at 5:17 am

    Hmm….
    Hinter Deinem Talent solche Jobs zu finden scheint System zu stecken, wenn man davon ausgehen kann, dass es den sogenannten Zufall nicht gibt und alles seine Ursache hat.
    Durchbrechen?

     
  2. Luigi

    June 18, 2011 at 9:32 am

    Ich arbeitete zehn Jahre lang immer mit befristeten Verträgen, konnte mir in dieser Zeit alle zwei Jahre den Spruch anhören : “Ihre Leistungen sind sehr gut, wir sind mehr als zufrieden mit Ihnen. Leider können wir sie aber nicht in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernehmen.”
    Da war ich schon dreifacher Vater und hatte ein Haus gebaut! Zehn Jahre lang Existenzängste!
    Heute arbeite ich in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis, das seit fünf Jahren. Die Existenzangst ist weniger geworden. Doch zu Jahrebeginn hing auch dieser Job an einem seidenen Faden.
    Es gibt heute nicht mehr diese Stellen wo du nach der Schule anfängst und sicher bist bis zur Rente.
    Verliere aber dennoch nicht den Mut und den Glauben an dich selbst. Nimm es wie wir Rheinländer:
    “Ett is noch immer jot jejangen” “Ett kütt wie ett kütt.”

     
  3. Andrea

    June 18, 2011 at 10:16 am

    @Matze Sicher. Von den Dutzenden Jobangeboten die ich hatte, habe ich mir mit absoluter Zielstrebigkeit die Firma ausgesucht, bei der die größte Warscheinlichkeit bestand, dass es irgendwann später Probleme gibt. Ja nee, ist klar.

    @Luigi Ich habe das mit deinem Job Anfang des Jahres mitbekommen, ich bin froh, dass das Problem gelöst werden konnte. Und nee, den Mut verlieren tue ich schon nicht – aber ich hätte sooo gerne mal ein paar Jahre Ruhe gehabt, anstatt mir schon wieder Sorgen machen zu müssen.

     
  4. mrs. steph

    June 19, 2011 at 9:47 am

    Ich befürchte so etwas wie Ruhe und Sicherheit gibt es so gut wie gar nicht mehr… 😐 Bei mir war es ja ähnlich… seit der Ausbildung immer nur Zeitverträge von einer Firma in der Firma in die andere geschoben damit ich bleiben konnte weil man brauchte mich ja aber unbefristen ginge natürlich nicht auf mich verzichten aber auch nicht blah blah… jetzt bin ich zwar unbefristet aber es stehen schon wieder Umstrukturierungen an (ich frage mich wieso man etwas umstrukturiert nur um danach wieder alles über den Haufen zu werfen weil man mit dem Endergebnis doch nicht zufrieden ist…und das nun schon seit Jahren…die machen ihre Hausaufgaben wohl auch nicht). Kopf hoch, ich drück dich mal.

     
  5. renate

    June 21, 2011 at 9:46 am

    Liebe Andrea, wenn Matzes Antwort komisch gemeint soll, dann … na ja. Wenn ernst gemeint, dann ist die für die Tonne.

    Was das Arbeitsleben allgemein betrifft, so hat sich sehr viel verändert in den letzten Jahren. Sicherheit gibt es nirgendwo mehr. Einige Freunde von mir, die sich in sicherer Position glaubten, sind jetzt – zwangsweise – Freiberufler, weil sie von heute auf morgen gekündigt wurden. Aus sehr hohen Positionen heraus …

    Und was das (mein) Freiberuflerdasein betrifft … so kann ich nur sagen, es ist hart geworden. Der Preiskampf ist enorm. Dumpinghonorare von Kollegen rauben einem Kunden, die lieber auf den Preis schauen als auf das Ergebnis.

    Die Luft ist rauh geworden – auf dem Arbeitsmarkt allgemein. Ich kenne nur wenige, die sorgenlos leben können, was das Einkommen und Sicherheit betrifft.

    Ich drücke dir die Daumen, dass deine Firma durchhält!

    Liebe Grüße – Renate

     

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