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Was macht eigentlich der Umzug?

10 Oct

Urlaub und Dolce Vita ist ja nun vorbei, so allmählich rückt der Umzug näher. Tatsächlich noch acht Wochen, dann ist mein letzter Arbeitstag und da will ich dann auch so langsam mal los. Weihnachten und den Jahreswechsel verbringe ich bereits in London.

So ganz allmählich fühlt sich das Ganze auch real an. Im Sinne von “das passiert wirklich”. Das ist nicht immer nur ein angenehmes Gefühl, so ein kleines bisschen mulmig ist mir schon gelegentlich. Aber das ist bei Umzügen ja eigentlich normal und dieser ist noch ein bisschen aufwändiger als sonst.

Mit dem ganzen bürokratischen / logistischen Gedöns bin ich auch relativ gut dabei. Also so Sachen wie Kündigungen schreiben, irgendwelche Formulare besorgen und ausfüllen und sonstige Termine wahrnehmen. Dank guter Organisation konnte ich das meiste da schon abhaken. Übrigens, ein Tipp an alle Berliner: solltet ihr in absehbarer Zeit mit dem Bürgeramt zu tun haben, zum Beispiel zwecks Beschaffung eines Reisepasses oder zum Ab- oder Ummelden: im Internet kann man Termine vereinbaren. Das lohnt sich. Heute morgen war ich im Bürgeramt Wedding. Und dort war es voll. Richtig voll. Da saßen wenigstens hundert Leute herum und warteten. Und ich konnte ganz entspannt an allen vorbeischweben, weil ich einen Termin hatte. Nach zehn Minuten war alles erledigt und ich wieder draußen.

Jetzt geht es so langsam in die heiße Phase des “Extreme-Ausmisting”. In meiner Wohnung befindet sich ja viel mehr Zeug als ich jemals irgendwohin mitschleppen könnte. An diesem Wochenende habe ich schon ein paar Sachen weggegeben, in den nächsten Wochen folgt noch mehr. Es fühlt sich schon ein wenig seltsam an, mit anzusehen, wie die Wohnung immer leerer wird. Auf der anderen Seite ist es aber auch schön, wenn mein Zeug irgendwo landet, wo sich jemand noch so richtig drüber freut. Und es ist auch irgendwie befreiend, wenn man sich mal klar macht, dass man wirklich keinen Reiskocher, Waffeleisen, Kronleuchter etc. pp. braucht. Also ja, haben und benutzen ist ja ganz nett, aber wirklich brauchen tut man es eigentlich nicht. Ich bin jetzt also quasi im Gegenteil der Nestbau-Phase. Und es fühlt sich gut an.

“You buy furniture, you tell yourself, this is the last sofa I will ever need in my life. Buy the sofa, then for a couple of years you’re satisfied that no matter what goes wrong, at least you’ve got your sofa issue handled. Then the right set of dishes. Then the perfect bed. The drapes. The rug.
Then you’re trapped in your lovely nest, and the things that you used to own, now they own you.”
(Fight Club)

 
 

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2 responses to “Was macht eigentlich der Umzug?

  1. Matze

    October 11, 2011 at 10:14 am

    Bei all den Dingen, von denen man sich eingebildet hat, dass man sie braucht und denen man plötzlich ansieht, dass das garnicht so ist. Was bleibt dann noch übrig? Welche Dinge bleiben notwendig?
    Was bleibt wirklich?
    Ich denke ja sie hatten alle ihre Daseinsberechtigung. Es war notwendig, dass sie da sind. Und wenn es nur war um zu begreifen, dass sie nicht zu einem gehören. Das sie einmal Teil von einem waren und jetzt nicht mehr sind. Das viel weniger da ist, worum man sich sorgen muß. Das ist Freiheit. Oder?

     
  2. Andrea

    October 11, 2011 at 6:43 pm

    Natürlich hatte alles was da ist irgendwann mal einen Sinn und eine Daseinsberechtigung. Es ist ja auch schön und macht glücklich, hübsche Dinge um sich zu sammeln. Zu einem anderen Zeitpunkt verlagern sich dann die Prioritäten und man legt dann eben wieder weniger Wert darauf, das Nestchen gemütlich auszuschmücken, da kommt es dann eher auf die Ungebundenheit an.

    Ist alles ok und legitim, verschiedene Lebensphasen haben verschiedene Anforderungen.

    Ich werde ja jetzt auch nicht auf einmal zum Asketen und schlafe künftig im Lendenschurz auf dem Boden. :mrgreen:

    Aber es fühlt sich schon sehr passend an, einen neuen Lebensabschnitt damit zu beginnen, sein altes Leben “auszumisten” und einer Prüfung zu unterziehen, was einem wirklich lieb und teuer ist.

     

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