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Alles ist anders, Teil 1

16 Dec

Jetzt bin ich also fast eine Woche da und stellte fest in einem neuen Land fällt einem haufenweise kurioses Zeug auf und ein. Das nimmt vermutlich auch in absehbarer Zeit kein Ende, deswegen werde ich es unter dieser Überschrift dann einfach mal regelmäßig zum Besten geben. Auch um meine Lernerfolge zu dokumentieren.

Mittlerweile bin ich übrigens wieder ziemlich fit, von einem nervigen Husten mal abgesehen, aber das kennen wir ja schon. Damit werde ich heute abend dann die anderen Kinobesucher von Sherlock Holmes – A Game of Shadows erfreuen.

Diese Woche habe ich gemerkt, wenn man irgendwo neu ist, macht man auch alles irgendwie zum ersten Mal. Mit nervigen Telefonhotlines telefonieren. Im Supermarkt einkaufen. Besonders beim Einkaufen kann man interessante Entdeckungen machen:

Der frei verkäufliche “Hustensaft” der ausdrücklich für trockenen und Reizhusten ausgezeichnet war, ist im wesentlichen ein Zuckersirup. Er besteht aus vier verschiedenen Zuckersorten plus Wasser und Aroma. Das hätte mir auch schon im Laden auffallen können, wenn ich nicht so erkältungstechnisch verpeilt gewesen wäre. So fiel es mir dann auf, nachdem ich nach dem ersten Löffel (“Bäh! was ist DAS DENN?”) doch mal aufs Etikett guckte.

Überhaupt süß… Es gibt im Supermarkt eine unendliche Auswahl an Desserts und Süßkram, die jeder deutschen Naschkatze die Tränen in die Augen treiben können! Wirklich! Really, really! Ich war unglaublich erleichtert, als ich bei ersten Proben feststellte, dass mir die meisten dieser Sachen einfach nur brutal süß schmeckten. Das rettet mich vielleicht davor, im Laufe des nächsten Jahres lauter neue Klamotten kaufen zu müssen. Kostet ja alles Geld und so…

Auch süß, aber aus einer ganz anderen Richtung. Das hier poste ich speziell für meine Freunde knuffiger asiatischer Katzen- und Häschenfiguren; als ich diese Taschentücher beim Einkaufen sah, wusste ich: die müssen mit! Erkältung kann so schön sein!

Ansonsten ist die Ernährungssituation hier grandios und das nicht nur, weil ich mit Leuten zusammenwohne, die echt gut kochen können! Auch die Lebensmittel im Supermarkt haben doch zum Teil eine andere Qualität als in Deutschland. Wenn man Hähnchenteile in die Pfanne wirft und die kein bisschen schrumpfen beim Braten, was sagt uns das?

Damit keiner auf die Idee kommt, hier ist alles nur super und wunderbar, hier noch ein schönes Beispiel für typisch britisches “funktioniert einfach nicht”: Ich muss von hier zu einem ca. 5 Meilen entfernten Ort und wollte gucken, welche Busverbindung es da gibt. Also einfach mal auf der London Transport Website nachgesehen – ist ja irgendwo naheliegend oder?

Erster Versuch: diese Adresse existiert nicht. Versuchen Sie es nochmal!
Zweiter Versuch: selbe Daten eingegeben, aber nach “Haltestelle” statt nach “Straße” gesucht – hey presto! schon war das Ziel gefunden. Aber: nur ein Bus? Und dann auch nur in nördlicher Richtung und nicht in östlicher? Kann gar nicht sein!
Dritter Versuch: Jetzt wurde ich ganz verwegen! Ich habe einfach nach einer Route zwischen meiner Anschrift und der Zielanschrift gesucht. Ergebnis: nur viermal umsteigen und zwei Stunden Fahrzeit, dann bin ich da! Hurra!! Zur Erinnerung: die Strecke ist fünf Meilen lang. In zwei Stunden kann man da hinlaufen! In größerem Maßstab entsprach die vorgeschlagene Strecke etwa, falls ich von Berlin nach Hannover fahren wollte und man mir eine Strecke über Kopenhagen vorgeschlagen hätte.

Also habe ich einfach mal Tante Google gefragt.
Erster Versuch: an meiner Zieladresse halten sechs Buslinien, zwei davon fahren in meine Richtung
Zweiter Versuch: mit der Routen-Suche habe ich dann auch direkt auf dem Plan angezeigt bekommen, wo die beiden Busse bei mir halten und dass die Fahrt ca. eine halbe Stunde dauert.

So viel zum Thema London Transport… Aber das sind so die kleinen Tücken des Alltags, das kennt man, wenn man schon mal länger als ein Wochenende da war.

A propos Wochenende: ich hab jetzt Wochenende! Yay!

 

 
 

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3 responses to “Alles ist anders, Teil 1

  1. Jule

    December 16, 2011 at 5:23 pm

    Hihi, es heißt ja nicht umsonst TfHell bei den Londonern.:mrgreen:

    Freue mich auf weitere tolle Beiträge über dein neues Londoner Leben. Viel Spaß im Kino!

     
  2. Vex

    December 16, 2011 at 7:37 pm

    “Wenn man Hähnchenteile in die Pfanne wirft und die kein bisschen schrumpfen beim Braten, was sagt uns das?”

    Dass die Qualität des Hähnchens mindestens in Ordnung bis gut ist?
    Ich weiß ja nicht, Gewebe, das beim starken Erhitzen keine Flüssigkeit verliert, finde ich persönlich jetzt… uhm, seltsam, ja. Aber wahrscheinlich bist du einfach aufgrund des Altersunterschiedes kulinartechnisch bewanderter als ich und weißt, was Sache ist.🙂

     
  3. Andrea

    December 17, 2011 at 2:04 am

    Wenn Fleisch beim erhitzen zuviel Wasser verliert ist das immer ein Zeichen für mindere Qualität – man lässt das Tier nicht natürlich wachsen sondern verpasst ihm jede Menge Zeug die es schnell groß und schwer werden lassen sollen, nur leider besteht das Fleisch dann halt zur Hälfte aus Wasser und schmeckt entsprechend labbrig. Von irgendwelchen Chemierückständen mal ganz abgesehen.

     

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