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Alles ist anders, Teil 2

01 Jan

Es sind ein paar Wochen ins Land gezogen, Zeit für eine kleines Update: wie isses denn so, in einem anderen Land zu leben? Heute: Feiertage!

Weihnachten
– schon ein bisschen anders als in Deutschland, jedenfalls in unserem Falle. Normalerweise gondelt man ja quer durchs Land zu seiner Familie, das fiel bei uns in diesem Jahr aus, stattdessen blieben wir zuhause in London. (Zuhause! London!) Gefeiert wurde mit Freunden und das nicht zu knapp! Hierzulande ist die Zeit um Weihnachten ziemlich gut mit Parties ausgefüllt.

Bei uns ging der Feiermarathon am 21. Dezember los, mit einer Winter Solstice Party (Wintersonnenwende!) bei uns zuhause, mit Lagerfeuer im Garten und vielen lieben Leuten zu Besuch. Ich muss dazu erwähnen, dass ich hier das Glück habe, mitten in einem schon bestehenden Freundeskreis zu landen, von denen ich viele Leute auch schon vorher online kennengelernt hatte. Trotzdem hat es mich an diesem und an den folgenden Tagen total geplättet, wie liebevoll und begeistert ich hier von allen aufgenommen wurde. Im Großen und Ganzen haben wir dann eine Woche ohne Unterlass durchgefeiert, mit Einladungen zum Essen, Pub-Besuchen, natürlich gemeinsam das Dr.Who Weihnachtsspecial gucken (das dann alle nicht wirklich sooo toll fanden, aber hey…) – viel gutes Essen, Trinken, viel zu lachen, tolle Geschenke gab es auch. Es war ein klasse Weihnachten!

Was in Deutschland der traditionelle Rotkohl ist, ist hierzulande übrigens Rosenkohl (Brussels sprouts). Es stimmen zwar fast alle überein, dass es sich selbst in der Zubereitung mit Kastanien und Bacon um ein gruseliges Gemüse handelt, aber es ist halt Tradition. So als Tip: wir hatten unsere Sprouts am Weihnachtstag nach dem Rezept von Jamie Oliver aus seinem neuen Buch Jamie’s Great Britain und die waren wirklich lecker! Ansonsten scheint hier der Truthahn sehr beliebt zu sein; wir hatten keinen, aber dafür Roast Beef und Gammon (Schinken).

Weihnachten war toll. Anstrengend, aber toll!

Weihnachtsmuffel gibt es übrigens auch hier:

 

Sylvester
– heisst hier New Years Eve und geht mit deutlich weniger Knallerei über die Bühne als in Deutschland. Hierzulande verbrät man die Feuerwerkskörper eher zwischen Halloween und Bonfire Night (…remember, remember the 5th of November…). So 2-3 Knaller haben wir auch gehört, aber das war eher harmlos.

Wir sind dann abends in einen Club hier in Wimbledon gegangen. Ich werde meiner Freundin Judith übrigens ewig dankbar sein, dass sie darauf bestanden hat, mich mit Kleid und Pumps aufzubrezeln. Ich wäre nämlich in guter Berliner Tradition in Jeans oder Rock mit Shirt losgelaufen und wäre damit massiv underdressed gewesen. Die Mädels hier schmeissen sich nämlich in Schale, wie ich es in Deutschland bislang noch nicht gesehen habe. Die Kleider mit tiefen Ausschnitten, Miniröcken und vor allem die schwindelerregend hohen Absätze würden in Berlin eher hochgezogene Augenbrauen und unter Umständen die Frage nach dem Beruf der jeweiligen jungen Dame provozieren, doch hier laufen einfach alle so herum.

Das Ganze ist natürlich auch ungemein erheiternd, weil man auf 12 cm Absätzen natürlich einfach nicht normal laufen, geschweige denn tanzen kann. Also stehen die jungen Damen dann statisch auf der Tanzfläche, versuchen das Gleichgewicht zu halten, was mit steigendem Alkoholkonsum immer schwieriger wird und wackeln rhythmisch und möglichst sexy mit allem was man so bewegen kann. Die entsprechenden männlichen Gegenparts sind deutlich weniger aufgebrezelt und geben sich vor allem Mühe, sich möglichst effizient zuzuschütten. Mit fortgeschrittener Stunde laufen dann die Mädels barfuß und die Jungs torkeln ziemlich unkontrolliert herum und schmeissen Flaschen, Gläser und andere Partygäste um.

Sehr interessant zu beobachten das Ganze. Ich hoffe es ist nicht repräsentativ für Clubs in London. Aber die Musik war gut, die Getränke nicht teuer und wir hatten auch eine Tanzfläche für uns, auf der wir uns austoben konnten. Wir haben dann fröhlich ins neue Jahr getanzt und sind dann nach ein paar Stunden ganz gemütlich zu Fuß nach Hause gelaufen. Mit Schuhen.

Und heute morgen gab es dann um das neue Jahr angemessen zu begrüßen das bombastische Full English Breakfast:

 

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2 responses to “Alles ist anders, Teil 2

  1. Tobias

    January 1, 2012 at 3:19 pm

    Du hattest mich bei “tiefe Ausschnitte”! :mrgreen: Ich muss Silvester nächstes Jahr in London feiern!
    Kopenhagen hörte sich an als ob sie mal wieder in den Krieg gegen Schweden ziehen: ab 11h morgens konnte man alle zwei Minuten eine Rakete hören. Um kurz vor Mitternacht war es dann ein Trommelfeuer Staccato, die Innenstadt glich einem Schlachtfeld.
    Drüben in Schweden, in Malmö, konnte man zumindest diverse Raketen sehen.

     
  2. Andrea

    January 1, 2012 at 3:37 pm

    You’re very welcome! :mrgreen:

    Kannst ja mal auf meine FB-Fotos gucken – und wir sind noch harmlos & hochgeschlossen unterwegs… Das ist übrigens total normal, sich für Clubbing so an-, respektive auszuziehen, da braucht es nicht dringend Sylvester sein.

     

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