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Monthly Archives: February 2012

Alles ist anders, Teil 4

Und wieder mal ein Update aus dem Alltag im Vereinigten Königreich.

In London zu arbeiten, hat vor allem erst mal eines zur Folge: Berufsverkehr!

Mit dem Auto irgendwie von A nach B zu kommen ist sowieso komplett illusorisch, der Londoner auf dem Weg zur Arbeit fährt U-Bahn, oder wie sie hierzulande heißt, Tube. Die Londoner U-Bahn ist das älteste und zweitgrößte U-Bahn-Netz der Welt und trotz permanentem Ausbaus und Verbesserungen arbeitet sie mittlerweile ständig an ihren Belastungsgrenzen, gerade im Berufsverkehr.

Das sieht in der Praxis dann so aus, dass der typische Londoner morgens wie eine Sardine in der Bahn eingeklemmt entweder die Zeitung liest oder auf seinen Kindle oder Smartphone starrt – wobei das mit dem Empfang so eine Sache ist, der ist nämlich nur dann vorhanden wenn die Bahn nicht im Tunnel ist und auch dann nicht immer. Wer einen Sitzplatz hat (habe ich morgens fast immer, denn ich steige an der Endhaltestelle ein), der hat es zwar auch eng, denn die Sitze sind für eher schmale Leute konzipiert, aber wenigstens etwas weniger unbequem.  Das Ganze erinnert mich manchmal an  „Shaun of the Dead“, mit etwas weniger Verwesung…

In der Bahn verbringt man dann so ca. eine Stunde auf dem Weg zur Arbeit, manchmal auch mehr. Völlig normal ist übrigens, dass sich junge Damen nicht zuhause sondern in der Bahn schminken – das volle Programm. Da wird das Make-Up Täschchen herausgeholt und dann geht es los, von  Foundation bis Mascara. Ich warte immer noch darauf, einen richtigen Schminkunfall zu beobachten, denn die Bahn ruckelt zwischendurch ganz schön – alte Gleise halt. Die Stationen sind auch sehr interessant, an manchen läuft man beim Umsteigen fünf Minuten durch diverse schmale Tunnel und über lange Rolltreppen um zu seiner nächsten Bahn zu kommen. Das liegt daran, dass das Netz eben nicht komplett als Ganzes geplant wurde, sondern im Laufe der Jahrzehnte einzelne Linien gebaut und irgendwie verbunden wurden. Manchmal auch von unterschiedlichen Firmen, weswegen die Bahnen auch nicht einheitlich sind.

Total normal ist es auch, dass die Bahn zwischendurch mal im Tunnel oder an einer Station für 5-20 Minuten stehen bleibt. Da ist dann im Normalfalle ein kleiner Stau auf der Strecke. Man gewöhnt sich dran. Ich bin noch nicht ein einziges Mal bis Earl‘s Court ohne kurzen Stopp auf der Strecke gefahren. Manchmal fällt auch ein Signal aus oder es passiert das, was man auf Deutsch formal mit „Fahrgastunfall“ umschreibt. Da geht dann erst einmal gar nichts mehr, ebenso wenn irgendwo ein herrenloses Gepäckstück aufgefunden wird. Es ist mir auch schon passiert, dass ich an einer Station gar nicht erst die Treppen runterkam, alles voller Menschen, nichts bewegte sich mehr. Es sind halt ziemlich viele Leute, die täglich diese U-Bahn benutzen und zu manchen Zeiten sind es eben zu viele. Wir freuen uns auch alle schon sehr auf die Olympischen Spiele, wenn sich das Verkehrsaufkommen mal eben verdoppeln wird…

Der absolute verkehrstechnische GAU ist allerdings, wenn Schnee fällt. So ca. fünf Minuten nachdem die ersten drei Flocken gefallen sind, geht hier in der Stadt gar nichts mehr. Und ich meine GAR NICHTS! Es rutschen noch ein paar Autos tollkühn über die Straßen, aber der öffentliche Nahverkehr kommt vollständig zum Erliegen. Da kann man dann auch für eine Strecke, auf der man normalerweise 20 Minuten fährt, 3 Stunden brauchen. Zum Glück fällt  eher selten Schnee. Wir hatten vor ein paar Wochen mal welchen. Der war dann nach drei Tagen wieder weg.

Von so kleinen Macken abgesehen ist der öffentliche Nahverkehr in London aber klasse. Man kommt überall gut hin und wenn man erst mal begriffen hat wie das System funktioniert, ist es auch ganz einfach. Wenn ich spät abends/nachts nach Hause fahren möchte, dann fährt der Night Bus alle zehn Minuten, die ganze Nacht. Und in den Stationen fühlt man sich jederzeit vollkommen sicher. Da kann sich Berlin ein Scheibchen von abschneiden!

Solange halt kein Schnee fällt.

Aber dann greift wieder das Motto, mit dem man hier im Zweifelsfalle immer weiterkommt:

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Dr Grordbort Presents: The Deadliest Game

Der berühmte Dr. Grordbort, Gentlemen-Abenteurer, Monster-Jäger und Erfinder des unvergleichlichen Dr.Grordbort’s Infallible Aether Oscillators, lässt uns nun zum ersten Mal in kinematographischer Form an seinen haarsträubenden Abenteuern teilhaben:

 

Dr Grordbort Presents: The Deadliest Game from Media Design School on Vimeo.

 

Möglich wurde das Ganze durch eine Zusammenarbeit von Studenten der Media Design School mit Greg Broadmore von Weta Workshop – gerüchtehalber ist er auch irgendwie mit Dr. Grordbort persönlich bekannt.

Das Ganze ist zwar vom Stil her eher Diesel- als Steampunk, da klamottentechnisch eher so in den 30er Jahren angesiedelt, aber hey, Dr. Grordbort ist cool. Ich liebe die Rayguns, die man bei Weta im Shop bekommen kann! Was halt so dabei herauskommt, wenn Profis in ihrer Freizeit noch anfangen, abgedrehtes Spielzeug zu bauen…

 
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Posted by on February 21, 2012 in Steampunk, Video

 

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Mass Effect 3: Take Earth Back Trailer

Ich weiß gerade nicht ob ich lachen oder weinen soll.

Der Trailer für den dritten Teil von Mass Effect, der am 6. März rauskommt, sieht so gut aus, ich habe beim Ansehen Ganzkörpergänsehaut vor lauter Vorfreude.

Aber: mein Gamer-PC steht immer noch in Berlin!
Mist!

Naja, später dann mal. Es läuft ja nicht weg.

P.S. Ich habe es sicher schon mal erwähnt, aber trotzdem: ich liebe Commander Shepard. Hach!!!

 
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Posted by on February 20, 2012 in Games, Video

 

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Die Männer, die Steampunk den PUNK bringen!

Es gibt natürlich auch Steampunk Bands – wobei das so eine Sache ist, es gibt nämlich keine einheitliche Musikrichtung namens “Steampunk” sondern nur Steampunks, die Musik machen, jeder wie er mag. Eine der bekanntesten Bands, die tatsächlich Punk spielen, sind The Men That Will Not Be Blamed For Nothing – bei Fans auch unter dem einprägsamen Kürzel TMTWNBBFN bekannt. Der Name bezieht sich übrigens auf ein Graffitti, das Jack the Ripper bei einem seiner Morde an die Wand schmierte.

The Men veröffentlichen dieser Tage ihre zweite CD This May Be The Reason Why The Men That Will Not Be Blamed For Nothing Cannot Be Killed By Conventional Weapons und haben darum am Freitag eine kleine Party mit Konzert geschmissen. Dank einer lieben Freundin stand ich auf der Gästeliste!

Um es mal in einfachen Worten zu sagen: es war grandios!

Das ist normalerweise nicht wirklich die Musik, die ich zuhause zur Entspannung höre (eher zur akustischen Untermalung von Hausarbeit)* – aber live sind The Men einfach unschlagbar. Wenn Andrew, das ist der charmante junge Mann auf dem oberen Bild, “Cthulhu!” ins Mikrophon röhrt, dann tobt der Saal. Und eine Reihe von Ladies in Korsetts und Gentlemen mit Zylindern, die zu Punk abrocken, hat auch was…

Also falls ihr Punk und Metal nicht völlig abgeneigt seid, ein bisschen schwarzen Humor habt und sich jemals die Gelegenheit ergibt, The Men That Will Not Be Blamed For Nothing live zu sehen – nicht verpassen! Clevere, witzige Texte, musikalisch top (Gitarre, Bass, Schlagzeug & Säge!) und garantiert super Stimmung!

Hier ist noch ein Lied aus dem neuen Album, in dem einer der großen Vorbilder jedes Steampunk besungen wird: Isambard Kingdom Brunel.

 

*ich habe allerdings auch die erste TMTWNBBFN CD, die kürzlich von “Now That’s What I Call Steampunk” umbenannt werden musste, weil die Plattenfirma EMI angedroht hat, The Men zu verklagen – offenbar hat sich EMI den Titel “Now That’s What I Call…” schützen lassen. Oder sie haben einfach mehr Geld für Anwälte. Jedenfalls haben TMTWNBBFN das Album umbenannt und jetzt heisst es schlicht “The Steampunk Album That Cannot Be Named For Legal Reasons”.

Andrew O’Neill tritt übrigens hauptberuflich als Comedian auf – sollte jemand am 01. März in London sein, da ist der letzte Auftritt seiner Tour! Hingehen! Mach ich schliesslich auch.

 
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Posted by on February 20, 2012 in Musik, Steampunk, Video

 

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Ein Hoch auf die Zitrone! Teil 2

Jetzt hatte ich also jede Menge köstlichen Cheesecake, den ich noch nicht essen durfte und kein Lemon Curd mehr. Aber noch ein paar Zitronen und ein Rezept…

Um es kurz zu machen: ab sofort gibt es in diesem Hause kein Lemon Curd aus dem Supermarkt mehr. Selbstgemachtes ist ungefähr drölfmal besser! Und ganz einfach zu machen:

Lemon Curd nach Nigel Slater
(ergibt ungefähr 2 Marmeladengläser voll)

  • Saft und Schale von 4 unbehandelten Zitronen
  • 200g Zucker
  • 100g Butter in kleinen Stücken
  • 3 Eier plus 1 Eigelb

Lemon Curd wird im Wasserbad verrührt, also einen Topf mit Wasser zum Sieden bringen und darüber in einer passenden, hitzefesten Schüssel den Zitronensaft, -schale, Zucker und Butter verrühren und erwärmen bis die Butter geschmolzen ist. Die Eier in eine anderen Schale aufschlagen, mit einer Gabel verrühren und dann mit dem Schneebeesen in die Mischung rühren. Vorsicht beim Schüssel festhalten, Wasserdampf ist heiss! (Aua!) Das Wasser im Topf ein bisschen kochen lassen und den Lemon Curd 10 Minuten lang unter gelegentlichem Umrühren andicken lassen. Es sollte eine cremige Masse werden. Nach zehn Minuten vom Herd nehmen, etwas abkühlen lassen und dann in saubere Marmeladengläser füllen.

Hält sich im Kühlschrank mehrere Wochen – theoretisch.
Sehr theoretisch, denn es ist geradezu bösartig lecker!

 

 
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Posted by on February 12, 2012 in Kochen und Essen

 

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