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Alles ist anders, Teil 6

18 Mar

Heute mal über die Tücken der englischen Sprache.

Englisch lernt ja jeder von uns heutzutage in der Schule, dank Internet sind wir jeden Tag weltweit unterwegs und kommunizieren da meistens in Englisch und so im Großen und Ganzen kommen die meisten von uns mit dieser Sprache relativ gut klar. Auch hier in London, wo sowieso ein ganz erheblicher Teil der Bevölkerung aus anderen Ländern zugewandert ist, kommt man mit einem Grundwortschatz und auch mit Akzent überall wunderbar zurecht.

Lustig wird’s dann, wenn man den Boden des Schulenglisch verlässt und versucht die restlichen 7/8 dieser Sprache zu erkunden. Seit ich hier bin, lerne ich jeden Tag mindestens 2-3, meistens deutlich mehr, neue Ausdrücke und Bezeichnungen. Die meisten davon sind umgangssprachlich und tauchen in den normalen Wörterbüchern (wie z.B. Leo.org) nicht auf. Meistens finde ich dann aber etwas im Urban Dictionary. Paar Kostproben gefällig?

interfrastically – heißt soviel wie ‘schnell’ oder ‘kurzfristig’. Stammt aus der Blackadder-Episode ‘Ink and Incapability

glad rags – ein etwas antiquierter umgangssprachlicher Ausdruck für gute Kleidung, im Sinne von ‘Sonntagsstaat’; ‘glad rags’ sind wörtlich frohe Lumpen, in der Kombination wohl eher ‘feine Klamotten’

awesome sauce! – drückt Begeisterung für etwas aus

giggidy! – in ungefähr dasselbe, nur in diesem Falle eher noch auf Dinge bezogen, die man als ‘sexy’ bezeichnen könnte. Stammt ursprünglich aus der Serie ‘Family Guy‘.

manaconda – hoffnungsvoller Ausdruck für ein männliches Körperteil

done and dusted – etwas erledigt haben

Das lässt sich noch endlos fortsetzen. Die englische Sprache ist nicht sehr kompliziert, aber sie wird sehr kreativ eingesetzt; gerade Doppeldeutigkeiten und Wortspiele sind ein ganz wichtiger Bestandteil des englischen Humors. Und hier gilt auch noch extremer als in Deutschland, dass die Sprache reflektiert, in welchen Kreisen man sich bewegt. Steampunks beispielsweise benutzen gerne antiquierte Ausdrücke und bezeichnen sich zum Beispiel untereinander als ‘chaps’ und ‘chapettes’ (letzteres ganz klar wieder eine neue Wortschöpfung) und wo jemand anderes vielleicht “Cool!” oder “Awesome!” sagen würde, sagt ein Steampunk dann möglichweise “Well played!”. Immer natürlich mit einem Augenzwinkern, oder vielmehr ‘tongue in cheek’.

Wer sich, wie ich, nur zum Spass mit der englischen Sprache näher befassen möchte (ja, ich hab mal Anglistik studiert, damals…), dem kann ich das Buch ‘The Mother Tongue‘ von Bill Bryson ans Herz legen. Liest sich sehr spannend und erklärt nicht nur die Herkunft der Sprache sondern auch ihren Gebrauch im Vergleich mit anderen Sprachen… hört sich jetzt wesentlich trockener an als es ist!

Demnächst dann… Dialekte! Watch this space!

 

 

 

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2 responses to “Alles ist anders, Teil 6

  1. na ich

    March 18, 2012 at 10:40 pm

    Bei ‘manaconda’ musste ich ja denn doch sehr laut auflachen…!😀

     
  2. julebule81

    March 20, 2012 at 6:34 pm

    Bis auf “glad rags” kannte ich alle, aber ich bin auch ein kleiner language freak (auch ich habe vor nicht allzu langer Zeit das Anglistik-Studium abgeschlossen ;-)). Das Buch von Bryson ist wirklich super, das empfehle ich auch immer gerne weiter.

    Kennst du “Watching the English” von Kate Fox? Hab ich meiner besten Freundin geschenkt, als sie zum Studieren nach England gezogen ist. Ein großartiges Buch (auch für Daheimgebliebene)!🙂

     

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