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Monthly Archives: June 2012

Alles ist anders, Teil 8

House hunting oder Wohnungssuche auf englisch…

Ich hatte ja als ich die Zusage für den Job hier in Manchester bekam stolze 3 Tage Zeit, hier irgendein Dach über dem Kopf aufzutreiben, meinen ganzen Krempel in ein eilends gemietetes Fahrzeug zu werfen und hier in den Norden zu gondeln (Linksverkehr rockt!). Das kleine gemietete Zimmer, dass ich dann auf die Schnelle gefunden hatte, konnte wirklich nur eine Notlösung sein. Aus Gründen.

Jedenfalls habe ich dann ein paar Wochen Wohnungsanzeigen studiert und bin jedes Wochenende durch die Gegend gefahren um mir Wohnungen anzusehen. Dabei habe ich neben Ortskenntnis auch allerlei interessante Dinge hinzugelernt.

Zunächst mal ist es hierzulande verbreiteter, in einem Haus statt in einer Wohnung zu wohnen (ich habe tatsächlich auch kleine Häuser für 1-2 Personen gesehen) und eigentlich wohnt man auch nur zur Miete, solange man sich noch nicht ein Haus gekauft hat. Im Gegensatz zu Deutschland sind in England Mietwohnungen häufig möbliert, wobei da der landlord (Vermieter) meistens flexibel ist und die Qualität der bereitgestellten Möbel von Sperrmüll über Ikea bis hin zu richtig gutem Mobiliar geht, je nachdem.

Die Größe der Wohnung wird in Anzahl der bedrooms angegeben, eine 1 bedroom Wohnung hat also ein Wohnzimmer und ein Schlafzimmer. In seltenen Fällen steht auch eine Quadratmeterangabe dabei, aber wirklich nur seltenst, meistens ist die Größe der Wohnung eine Überraschung. Eine Einbauküche ist eigentlich immer dabei und meistens auch die Waschmaschine. Häufig auch allerlei andere Gerätschaften bis hin zum Staubsauger.

Die (wochen- oder monatsweise) angegebene Miete ist tatsächlich nur die nackte Miete, ohne alles. Dazu kommen dann noch Gas (soweit vorhanden, meistens ja) Wasser und Strom sowie Council Tax. Diese Gemeindesteuer wird jährlich fällig und richtet sich in der Höhe nach dem Wohnbezirk und der genauen Adresse.

Nach dem theoretischen Crashkurs was Wohnungen betrifft, habe ich dann also auf Wohnungsbesichtigungen gelernt wie sowas in der Praxis aussieht. Das steht und fällt schon mit der Auswahl der Wohngegend. Als ich hier in Wythenshawe das Zimmer gemietet habe, wurde ich schon leicht stutzig, als ich in einer Anzeige las ‘es gäbe gar nicht so viel Kriminalität in dieser Gegend wie immer behauptet wird’. Aha. Soso.

Sagen wir mal so, von hier sind es nur 10 Minuten bis zur Arbeit, aber ansonsten möchte ich hier nicht tot über dem Zaun hängen. Es musste also erstmal eine nettere Gegend her. Die angesagten Wohngegenden Didsbury oder Chorlton beispielsweise, sind so das hiesige Äquivalent zu Friedrichshain oder Kreuzberg. Man zahlt für die Lage,kriegt aber für sein Geld meist eine überteuerte Bruchbude. Wenn ich eine Wohnung betrete und meine Nase mir sofort Schimmel meldet, der Teppich eine undefinierbare Farbe hat und seltsame Flecken auf dem Sofa sind.. naja. War nicht so toll.

Auf Anraten meiner Kollegen habe ich mich dann in einer anderen Gegend von Manchester umgesehen – und da war es dann total schön! Jetzt habe ich eine richtig niedliche Dachwohnung gefunden, in einem schönen alten viktorianischen Haus, hübsch eingerichtet und – ganz wichtig – mit ganz viel zusätzlichem Stauraum, weil ich noch einen Dachboden UND Keller dabei habe. Sowas gibt es normalerweise hier nämlich gar nicht, also Dachböden schon, wenn man ein Haus hat, aber Keller sind eher ungewöhnlich.

Die Prozedur mit dem Mietvertrag war dann auch noch mal sehr interessant. Der Besitzer der Wohnung hat einen property agent mit der Vermietung beauftragt. Die haben mir die Wohnung gezeigt. Als ich sie haben wollte, haben sie dann eine spezielle Agentur eingeschaltet, die einen Mieter-Check durchführt. Also nicht wie bei uns, Schufa-Auskunft und Gehaltsnachweise mitbringen, nee, die wollen Telefonnummern und Adressen haben und dann klappern sie ehemalige Vermieter und den Arbeitgeber ab und fragen nach.

Lustig war übrigens, dass sie auch nach meinem ‘next of kin‘ also meinem nächsten Verwandten gefragt haben (für den Fall dass ich tot umkippe und sie irgendwem Bescheid sagen müssen) – das Internetformular, in dem sie alles abgefragt haben, liess aber nur die Angabe von Adressen in UK zu! Auf mein Nachfragen sagte man mir dann, ich könnte auch einen Freund eintragen. Ich habe dann also mal eben auf Facebook gefragt, wer Lust hätte, mein next of kin zu werden und nachdem geklärt war, dass es bei mir nix zu erben gibt, habe ich dann meinen Freund Richard angegeben.

Nach einer Woche haben sie sich dann wieder gemeldet, ich hatte die Zusage, habe den Mietvertrag gestern zugeschickt bekommen, meine Miete und deposit (Mietsicherheit) bezahlt und am Sonntag kriege ich dann die Schlüssel und kann einziehen!

Ich freu mich!

 

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Victoriana Event 2: All the Queen’s Men

Zwischen meinem etwas hektischen Umzug von London nach Manchester und meinem Arbeitsbeginn lag ein von mir lang erwartetes Wochenende: das Victoriana LARP in Hebden Hey (wo wir auch schon im März mit Rockets & Rayguns waren). Victoriana ist ein Liverollenspiel, ursprünglich von meinem Freund Mikey aufgrund einer Art Wette organisiert, aber so erfolgreich dass es im letzten Jahr den Preis als bestes Newcomer LARP gewonnen hat, Event 2 fand jetzt im Mai statt und ich war als NPC (non-player character) dabei.

Victoriana ist ein Steampunk Liverollenspiel; die Welt ist eine alternative Version der viktorianischen Zeit. Eine Welt in der es allerlei Erfindungen der heutigen Zeit gibt, aber auch viel Unerklärliches und wie wir nach diesem Wochenende wissen, sogar Magie und andere Dimensionen…

Was man halt so herausfindet, wenn man ein Tor erfindet, das Personen über weite Strecken transportieren soll (Stargate lässt grüssen!) und dann feststellt, da gibt es irgendwo eine Abzweigung zu einer ganz anderen Welt.

Hier ein paar Fotos vom Event, zusammen mit einer Aufzeichnung des letzten Berichts von Major John Gauntlet, der durch das Portal geschickt wurde und dann feststellte, dass er keineswegs in Russland herauskam, wie ursprünglich geplant.

Es kam wie es kommen musste, so ein Portal ist natürlich eine Tür die in beide Richtungen offen ist und was da herauskam, war zunächst interessant, dann ein wenig gruselig und letztlich sehr bedrohlich.

Es blieb aber immer noch Zeit, in Ruhe die Morgenzeitung zu lesen:

Es ging insgesamt sehr zivilisiert zu; nachdem man feststellte, dass es sich bei den ungebetenen Gästen offensichtlich um Feen handelte (nicht die niedliche Variante mit Flügeln, mehr die unfreundliche aus der Mythologie), die vorhatten ihre vorhandenen Zwistigkeiten in unserer Welt auszutragen und diese dabei auch gleich mal zu erobern, gab es zunächst einmal ein sehr formelles Abendessen mit dem Anführer der Invasoren, Lord Frost. Dieser zeigte sich von der Gastfreundschaft sehr beeindruckt, erklärte dies sei ein Land das sich lohnen würde zu erobern und erklärte den Krieg. Für pünktlich elf Uhr am nächsten Morgen.

Es folgte eine Nacht der Vorbereitung und der Ausschweifungen (was tut man, wenn man weiss, mit ziemlicher Sicherheit geht morgen die Welt unter?) bis es dann am nächsten Tag zur entscheidenden Schlacht kam.

Ja, das ist yours truly als untotes Feenwesen im Zweikampf mit dem ebenso heldenhaften wie nervtötenden Inspector Constable Crimson Vance. Er hat es übrigens nicht so richtig überlebt.

Dank der von umtriebigen Wissenschaftlern eilends erfundenen Patriotismus-Maschine, der finsteren Rituale von Team Mumbo-Jumbo und natürlich der unvermeidlichen aufrüttelnden Rede vor der Schlacht, waren die versammelten Helden unter Aufbietung aller Kräfte in der Lage, die Bedrohung abzuwehren und die Feen durch das Tor zurückzutreiben. Die Welt von Victoriana ist wieder sicher. Jedenfalls im Moment…

Aber Event 3 ist ja schon in Planung!

Fotos mit freundlicher Genehmigung von David Lascelles, mehr Fotos gibt es auf seinem Fotostream und bei Lucy Bridges.

 
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Posted by on June 24, 2012 in RPG, Steampunk

 

Tomorrow Will Be Kinder

Weil es gerade so schön zum letzten Post passt:

 

Not too bad…

Ja, lange Funkstille, ich weiss.

Ich hatte gerade die letzten paar Wochen richtig viel Spass, mit ‘mal eben schnell’ ein Dach über dem Kopf finden, umziehen, neuen Job anfangen, Schulungen, in der Weltschichte herumgondeln (leider meistens beruflich und nicht zum Vergnügen), Wohnung suchen, Wohnung finden, mehrere bürokratische Drachen erschlagen, so Dinge halt. Wenn ich denn mal Zeit zum Bloggen gehabt hätte, war ich meistens zu müde oder zu unmotiviert. Das Ganze ging doch ziemlich an die Substanz, so mal eben in einer anderen Stadt neu anfangen. Zum Glück habe ich hier in Manchester und Umgebung doch schon so einige Freunde und seither sind auch noch ein paar neue hinzugekommen.

Jetzt sind die wichtigsten Sachen hoffentlich geregelt und in Kürze gibt es dann auch ein paar Updates, was ich in der Zwischenzeit so getrieben habe.  Neben Umzug, Job und Stress gab es da zum Beispiel ja auch noch ein Steampunk LARP im lieblichen Yorkshire und das Diamond Jubilee Wochenende mit einem Ausflug nach Leeds. Das eine oder andere Foto gibts dann auch. Watch this space!