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Ausflug nach Leeds

01 Jul

Anfang Juni hatten wir hier ein ganz langes Wochenende. Zusätzlich zum ‘Spring Holiday’ Feiertag bekamen wir wegen des Diamond Jubilee dieses Jahr noch einen freien Tag geschenkt, Ich habe das Wochenende unter anderem dazu genutzt, Freunde in Leeds zu besuchen.

Wir hatten erfrischendes englisches Sommerwetter, soll heißen, es hat den ganzen Tag wie aus Eimern geschüttet. Das hat uns aber nicht sonderlich gestört, wir haben den größten Teil des Tages in den Royal Armouries verbracht. Das ist das nationale Museum für Waffen und Rüstungen.

Also wenn die Zombie-Apokalypse anfängt, weiss ich jetzt, wo ich mich ausstatte.

Die Hall of Steel geht über drei Stockwerke und ist von oben bis unten mit Schwertern, Lanzen und anderen Waffen dekoriert.

Ja, das ist ein Helm mit einem Schnurrbart. Es ist nicht überliefert, ob die Gegner dieses Herren schreiend die Flucht ergriffen oder vor Lachen vom Pferd fielen.

Turnierrüstung von Henry VIII. Mal abgesehen davon dass er offensichtlich ein ziemlicher Angeber war, ist diese Rüstung ein Meisterwerk der Schmiedekunst und wird von NASA Experten studiert um mit Hilfe der verwendeten Techniken ihre Raumanzüge zu verbessern.

Es gibt natürlich nicht nur Ritterrüstungen und Schwerter. In der Hunting Gallery ist diese schöne Szene der Marke “Furchtloser Kolonialist bei der heldenhaften Ausrottung bedrohter Tierarten” zu sehen.

Wir haben auch eine Schwertkampf-Vorführung angesehen und waren bei einem Vortrag über die Entwicklung von Gewehren, vom Frontlader bis zu heutigen Waffen dabei. Ich fiel natürlich wieder mal auf, weil ich, als der Museumsmitarbeiter ein Gewehr hochhielt und fragte, ob jemand wisse was das sei, wie aus der Pistole geschossen (haha!) antwortete “AK 47, also known as Kalaschnikov.”.
Ähm ja. Rollenspieler halt…

Eine weitere Vorführung fand draussen statt (wir erinnern uns: Dauerregen!) und zwar gibt es nebenan eine Arena, in der Reitvorführungen stattfinden. An diesem Tag gab es eine Stuntshow. Zunächst wurden wir aber passend zum Diamond Jubilee umfassend ausgestattet, mit Mülltüten die wir auf die nassen Bänke legen konnten, einem Zettel mit dem Text der Nationalhymne und natürlich den obligatorischen patriotischen Winkelementen. Ich bekam von meinen Freunden selbiges in die Hand gedrückt mit den Worten “for camouflage!”.

Die Fähigkeit all dieses und natürlich den unvermeidlichen Schirm in den Händen zu balancieren ohne irgend etwas fallen zu lassen ist übrigens eine der Grundvoraussetzungen für das Überleben in diesem Land. Die erste Hürde war geschafft, sogar die Nationalhymne konnte ich ohne Textblatt mitsingen (und ja, es stehen tatsächlich alle auf und singen mit). Ich war sozusagen perfekt getarnt. Es war ein wenig feucht von oben aber das tat der Stimmung keinen Abbruch, die Vorführung war sehr gut besucht.

Die Stuntshow der Truppe von Atkinson Action Horses war auch wirklich toll, spannend und witzig. Ich habe direkt Lust bekommen, auch mal Reiten auszuprobieren. Auch wenn die Reitlehrer vermutlich nicht alle so attraktiv sind wie diese Stuntmen, die unter anderem in Filmen wie Robin Hood oder War Horse mitgespielt haben.

Zum Abschluss des Tages sind wir dann noch essen gegangen. Wie der Name Cattle Grid schon nahelegt, gab es dort in erster Linie leckeres vom Rind. Ich bin zwar weekday vegetarian, aber es war ja Wochenende…

Das ist ein ziemlich massiver, perfekter Bacon Burger. Dazu die besten Fritten aller Zeiten, knusprig und mit Schale. Eigentlich wollte ich noch Nachtisch essen (warmer Schokokuchen mit Vanilleeis, hmm…) aber das passte beim besten Willen nicht mehr rein!

Solcherart gestärkt habe ich dann den Heimweg nach Manchester angetreten. Schön war’s!

Und nächstes Mal wenn es nicht so regnet, sehe ich vielleicht auch etwas mehr von Leeds.

 

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2 responses to “Ausflug nach Leeds

  1. rr

    July 1, 2012 at 7:43 am

    Darf man eigentlich bei euch in Museen fotografieren, oder hast Du einfach nicht gefragt? Hierzulande hat man sich da ja sehr kleinlich.

     
    • Andrea

      July 1, 2012 at 4:05 pm

      Man darf. Ich glaube, fotografieren mit Blitz war verboten, aber fotografieren als solches geht. Die Royal Armouries sind echt klasse, da rannten jede Menge begeisterter Kinder herum (was soll man mit den Blagen auch machen bei dem Wetter?) die Rüstungen und Holzschwerter hatten und fröhlich randaliert haben.

       

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