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Und dann war auf einmal Alltag..

10 Jul

Da bin ich also vor etwas über einer Woche hier eingezogen. Zum ersten Mal seit letztem Jahr im November habe ich wieder meine eigenen vier Wände. Und es fühlt sich richtig gut an!

Vor ein paar Tagen auf dem Heimweg im Bus ging ich dann grade so im Kopf die Liste durch, was ich alles noch so am Abend machen müsste – Freunde anschreiben, eine Bahnfahrkarte für einen Mini-Urlaub kaufen, Anmeldung für meinen Wasserversorger ausfüllen und abschicken – so Dinge halt. Und auf einmal musste ich grinsen.
Hallo Alltag!

Es hat ja wirklich lange genug gedauert, dieser Ausnahmezustand wo ständig alles in Bewegung ist und alles furchtbar aufregend, aber jetzt kehrt tatsächlich endlich sowas wie Ruhe ein. Gegen Schluss war mir auch klar, besonders lange wäre das nicht mehr gutgegangen. So ein bisschen Stabilität braucht man im Leben, auch wenn Rechnungen im Briefkasten und jeden Tag zur Arbeit fahren nicht so besonders toll sind.

Seltsam auch, wie schnell alle möglichen Dinge einfach ‘normal’ werden. Ob das nun Linksverkehr auf der Strasse ist oder die Tatsache, dass ich nun den ganzen Tag Englisch spreche und das meistens nicht mal mehr merke oder auch dass ich mit schöner Selbstverständlichkeit meinen Einkauf am Sonntagmittag erledige. Ich grüße den Busfahrer, bedanke mich beim Aussteigen und ich bin sogar langsam ganz akzeptabel in der Lage Smalltalk zu machen und das als maulfauler “socially awkward” Geek.

Wenn ich so gerade ein Mini-Resumee ziehe, es haben sich doch einige Dinge sehr verändert. Vor allem meine Einstellung zu vielen Dingen. Ohne jetzt pompös klingen zu wollen, aber wenn man sich auf eine so unsichere Reise in eine eher vage umrissene Zukunft begibt und dann feststellt, dass allen Schwierigkeiten zum Trotz doch irgendwie immer alles gut wird, das gibt schon einiges an Gelassenheit.

Ich selbst habe mich auch ganz schön verändert. Vor einem Jahr war ich im Vergleich zu heute eine graue Maus. Dann habe ich Steampunk entdeckt, neue Freunde und neue Dinge kennengelernt – mein ganzer Stil hat sich enorm verändert. Früher wäre ich im Traum nicht auf die Idee gekommen, in Minirock und Netzstrümpfen loszuziehen oder feuerroten Lippenstift zu tragen. Insgesamt bin ich wesentlich lockerer geworden. Nachsichtig gegen mich und andere. Mein Freundeskreis hat sich exponentiell vergrößert, ich habe ein paar wirklich gute neue Freunde hinzugewonnen, ich mache jede Menge coole Sachen und insgesamt habe ich mehr Spass als in den letzten zehn Jahren zusammen.

Es ist nicht alles super (wann ist es das schon?) aber rückblickend war dieser Umzug nach UK die beste Idee aller Zeiten!

 

2 responses to “Und dann war auf einmal Alltag..

  1. windvilla

    July 12, 2012 at 9:48 am

    Hey, das klingt doch mal nach etwas, jetzt musst du nur noch richtig ankommen! Oder bist du das schon?

     
    • Andrea

      July 12, 2012 at 7:23 pm

      Mein ganzes Zeug was noch in Berlin lagert fehlt noch, das hole ich dann in den nächsten paar Wochen rüber.
      Um richtig ‘angekommen’ zu sein fehlt mir auf jeden Fall noch mein Fahrrad und mein ganzes Küchenzeugs, ohne fühle ich mich nicht komplett.
      Aber ich bin fast da!
      War letztlich auch ein ganz schön langer Weg. Aber auch ein schöner.

       

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