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Monthly Archives: July 2012

Isles of Wonder

Nun ist sie also da, die Olympiade.

Ich bin nun nicht der grösste Fan solcher Veranstaltungen, die sportlichen Wettkämpfe gehen mir eher am Popo vorbei und ansonsten bin ich froh, dass ich mich nicht durch den Londoner Verkehr kämpfen muss dieser Tage. Aber die Eröffnungsveranstaltung, die ich erst als Livekommentar über Twitter und Facebook und dann am nächsten Tag über iPlayer miterlebt habe, die war schon toll!

Vor allem weil darin so wunderbar vieles von dem verkörpert wurde, was ich an diesem Land so liebe. Sich selbst bei einer solchen Großveranstaltung, bei der die gesamte Welt zuschaut mit Anlauf durch den Kakao ziehen? Only in Britain…

Meine Lieblingsstelle war übrigens diese:

Hut ab, Ma’am! (Ja, sie guckte nachher ein wenig grummelig drein, aber die alte Dame ist ja auch schon 86 Jahre alt, da darf man so gucken wenn man so lange aufbleiben muss!)

Ich war nur ein kleines bisschen enttäuscht von der Kameraführung der BBC, ich habe nämlich eine Freundin die mit ihrer Steelband in der Eröffnungszeremonie mitgemacht hat. Sie verkörperten den Notting Hill Carnival in der sogenannten Pandämonium Szene. Leider hat die BBC zu dieser Zeit in erster Linie auf die frisch geschmiedeten Olympischen Ringe draufgehalten und so habe ich gar nix von ihr oder ihrer Band gesehen. Schade!

Und sonst – wie ein Freund von mir es auf Facebook zusammenfasste “MARY POPPINS FOUGHT VOLDEMORT AND WON.”

Only in Britain…

Schön fand ich übrigens auch, dass die NHS so gefeiert wurde. Ich hoffe, jetzt traut sich die Regierung nicht mehr, diese dann weiter zu demontieren. Und ich mag die Idee und das Design der Olympischen Flamme.

Der Rest der Spiele geht mir allerdings am… siehe oben!

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Wenn in Rom….

Mittlerweile ist ja bekannt, dass ich in meiner Freizeit relativ häufig in ungewöhnlichen Outfits herumlaufe. Weniger bekannt ist vermutlich, dass ich einen echten Tick für die Geschichte des antiken Roms habe. Das fing in einem relativ zarten Alter mit Asterix an und wurde danach zum Glück etwas historisch genauer. Ich bin ja auch ein erklärter Fan der Marcus Didius Falco Romane von Lindsey Davis, das habe ich hier im Blog sicher schon mal erwähnt.

Mein Held Falco war als Soldat in Britannien stationiert und zwar als Mitglied der Legio II Augusta. Das war eine der Legionen, die Britannien zunächst eroberten und dann, mit eher mäßigem Erfolg, versuchten dieses Land voller haariger Barbaren zu zivilisieren.

Eine Legio II Augusta gibt es auch heute noch, als re-enactment group. Re-enactment bedeutet (im Gegensatz zu LARP, Steampunk und dergleichen, wo man mehr Freiheiten hat), dass man versucht, das tägliche Leben einer bestimmten Zeit möglichst historisch akkurat nachzustellen. Nun traf es sich, dass ich Freunde habe, die bei dieser Gruppe mitmachen und da lag es natürlich nahe, das auch mal auszuprobieren.

Wir waren dann also am vorigen Wochenende in den Ruinen der römischen Villa in Chedworth und es war grandios! Was natürlich zum großen Teil daran liegt, dass wir zum ersten Mal seit Wochen tatsächlich Sommer hatten. In der Tunika im Dauerregen wäre mit Sicherheit weniger amüsant gewesen als im strahlenden Sonnenschein.

Da hatten wir dann also diverse Zelte aufgebaut und demonstrierten für die Besucher dieses Wochenendes verschiedene Aspekte römischen Lebens, was enorm viel Spass gemacht hat. Und in so einem Freilichtmuseum weitab jeglicher Zivilisation – das nächste Dorf ist mit dem Auto 10 Minuten entfernt – zu campen hatte auch was. Ich habe dieses Wochenende die meiste Zeit barfuss und in Tunika verbracht, viele nette neue Freunde kennengelernt (die mich auch gleich als Nachwuchsrömerin verpflichtet haben), habe sehr viel gelernt was ich noch nicht wusste, konnte ein paar Besuchern Dinge erzählen die diese noch nicht wussen, habe Babysitter für einen aufgeweckten Einjährigen gespielt, durfte mit allerlei interessanten Gerätschaften herumhantieren und bekam auch noch meine erste Lektion im Bogenschiessen!

Ein paar Eindrücke vom Wochenende:

Aussicht aus dem Zelt am Morgen!

‘Frauenzelt’ mit Hebamme, Handarbeiten und einem echten römischen Baby, welches grad nicht im Bild ist.

Im Vordergrund die Garküche, im Hintergrund das Militärlager

Alles über Sklaven. Der arme Kerl unter dem Tisch wurde an die Löwen verfüttert.

Gladiatorenausrüstung

Römisches Militärlager

Der kleinste Nachwuchsrömer und seine Mutter. Häufigste Frage “Trägt der denn Windeln?”

Er trug übrigens Windeln, wenn auch keine historisch originalgetreuen. Manchmal geht der praktische Aspekt dann doch vor. Von mir habe ich leider keine Fotos gefunden, obwohl ich garantiert in diversen Familienalben abgelichtet bin. Als Römer mit der Kamera herumlaufen ist leider nicht so wirklich möglich, weswegen ich die obigen Fotos auch in einer unbeobachteten Minute quasi schnell aus der Hüfte geschossen habe.

Das war lustig, das Wochenende, das mache ich bestimmt noch mal. Erstmal nähe ich mir jetzt eine Tunika…

 

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Hausgäste

Ich spiele gerade für ein paar Tage bis Wochen Ersatzpersonal für ein paar Kätzchen.

Das sind Barney und Gizmo, sie sind im Haushalt von Freunden von mir zur Welt gekommen. Leider mussten sie da jetzt relative überstürzt ausziehen und da es zwar diverse Interessenten gibt, diese aber noch auf das endgültige ok von Partnern, Vermietern, Mitbewohnern etc. warten, habe ich sie jetzt erstmal für kurze Zeit in Pflege.

Behalten kann ich sie leider nicht, erstens darf ich hier auch keine Haustiere halten (obwohl ich gesehen habe, in diesem Haus hält sich eh keiner dran!) und zweitens habe ich auch immer noch Asthma. Aber für eine Weile habe ich jetzt zwei wilde Motten, die die Wohnung auf den Kopf stellen. Und wild ist hier durchaus wörtlich zu nehmen, diese beiden sind keine liebevollen Kuschelkätzchen sondern Mini-Raubtiere.

Aber süss sind sie natürlich trotzdem!

 
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Posted by on July 15, 2012 in Katzen

 

Und dann war auf einmal Alltag..

Da bin ich also vor etwas über einer Woche hier eingezogen. Zum ersten Mal seit letztem Jahr im November habe ich wieder meine eigenen vier Wände. Und es fühlt sich richtig gut an!

Vor ein paar Tagen auf dem Heimweg im Bus ging ich dann grade so im Kopf die Liste durch, was ich alles noch so am Abend machen müsste – Freunde anschreiben, eine Bahnfahrkarte für einen Mini-Urlaub kaufen, Anmeldung für meinen Wasserversorger ausfüllen und abschicken – so Dinge halt. Und auf einmal musste ich grinsen.
Hallo Alltag!

Es hat ja wirklich lange genug gedauert, dieser Ausnahmezustand wo ständig alles in Bewegung ist und alles furchtbar aufregend, aber jetzt kehrt tatsächlich endlich sowas wie Ruhe ein. Gegen Schluss war mir auch klar, besonders lange wäre das nicht mehr gutgegangen. So ein bisschen Stabilität braucht man im Leben, auch wenn Rechnungen im Briefkasten und jeden Tag zur Arbeit fahren nicht so besonders toll sind.

Seltsam auch, wie schnell alle möglichen Dinge einfach ‘normal’ werden. Ob das nun Linksverkehr auf der Strasse ist oder die Tatsache, dass ich nun den ganzen Tag Englisch spreche und das meistens nicht mal mehr merke oder auch dass ich mit schöner Selbstverständlichkeit meinen Einkauf am Sonntagmittag erledige. Ich grüße den Busfahrer, bedanke mich beim Aussteigen und ich bin sogar langsam ganz akzeptabel in der Lage Smalltalk zu machen und das als maulfauler “socially awkward” Geek.

Wenn ich so gerade ein Mini-Resumee ziehe, es haben sich doch einige Dinge sehr verändert. Vor allem meine Einstellung zu vielen Dingen. Ohne jetzt pompös klingen zu wollen, aber wenn man sich auf eine so unsichere Reise in eine eher vage umrissene Zukunft begibt und dann feststellt, dass allen Schwierigkeiten zum Trotz doch irgendwie immer alles gut wird, das gibt schon einiges an Gelassenheit.

Ich selbst habe mich auch ganz schön verändert. Vor einem Jahr war ich im Vergleich zu heute eine graue Maus. Dann habe ich Steampunk entdeckt, neue Freunde und neue Dinge kennengelernt – mein ganzer Stil hat sich enorm verändert. Früher wäre ich im Traum nicht auf die Idee gekommen, in Minirock und Netzstrümpfen loszuziehen oder feuerroten Lippenstift zu tragen. Insgesamt bin ich wesentlich lockerer geworden. Nachsichtig gegen mich und andere. Mein Freundeskreis hat sich exponentiell vergrößert, ich habe ein paar wirklich gute neue Freunde hinzugewonnen, ich mache jede Menge coole Sachen und insgesamt habe ich mehr Spass als in den letzten zehn Jahren zusammen.

Es ist nicht alles super (wann ist es das schon?) aber rückblickend war dieser Umzug nach UK die beste Idee aller Zeiten!

 

Meldet euch doch mal!

Was mich mal interessieren würde, wer liest hier eigentlich noch mit? Ist mein Blog jetzt nach dem Umzug und längeren Pausen eine eher intime kleine Veranstaltung für mich und eine Handvoll Freunde geworden oder gibt es doch noch mehr Leser?

Wie mir neulich erklärt wurde, gibt es doch den einen oder anderen aus meinem neueren Bekanntenkreis, der ganz gerne mal hier reinschaut (“You’ve got a blog? Awesome!”) und dann feststellt, oh no, it’s in German! Dann bekomme ich bei Gelegenheit erzählt, was ich denn für seltsames Zeug schreiben würde und muss dann immer klarstellen, dass Google Translate einfach nicht mit der mir eigenen Eloquenz zurechtkommt!

Drum überlege ich schon seit ein paar Monaten, ob ich eventuell noch einen englischsprachigen Blog aufmache oder einfach auf diesem hier zweisprachig schreibe – also jetzt nicht jeden einzelnen Blogpost sondern eher mal so, mal so, wie ich grade Lust habe.

Da ich euch alle furchtbar lieb habe (selbst die, die nie was sagen!) wollte ich aber mal in die Runde fragen, was ihr davon haltet. Also hebt doch bitte mal die Hand, gebt mir ein bisschen Feedback / euren Senf dazu!

Dankeschön!

 
17 Comments

Posted by on July 2, 2012 in Blog